Wir sehen, was wir sehen.

Können wir etwa nur das sehen, was wir bereits - in uns - gesehen haben. Oder die Erinnerung uns sehen lässt. 

Manchmal sehen wir mehr als zu sehen ist, mehr als wir zu sehen meinen, weil unser Gehirn ergänzt, was in einem Bild noch fehlt.

Jedoch in allem was wir sehen sind unsere Interpretationen, Bennungen und Geschichten schon enthalten. 

Nur einige wenige Bilder auf dieser Welt - etwa ein blauer Himmel - sind einfach nur sie selbst. Sobald am Himmel Wolken, Vögel oder sonstige Zeichen erscheinen, weisen sie über ihn hinaus in die Darstellung und deren Interpretation.

Bewusst oder unbewusst, Selbstbilder oder Fremdbilder - wir sehen und fühlen mit der Sprache der Bilder, die in uns Vorbilder, Abbilder oder Sinnbilder erzeugen.

Klaus Jürgens